Jedes Jahr kommen in Deutschland rund 500 Menschen bei Bränden ums Leben. Die meisten Opfer sterben jedoch nicht an Verbrennungen, sondern fallen den tückischen Rauchgasen zum Opfer. Rauchmelder könnten viele dieser Todesfälle verhindern. Sie registrieren Hitze und Verbrennungsgase und lösen einen akustischen Alarm aus, der die Bewohner warnt und ihnen eine rechtzeitige Flucht ermöglicht. Mittlerweile besteht in allen Bundesländern eine Rauchmelderpflicht für Neubauten. Doch trotz Aufklärungskampagnen sind die Lebensretter noch längst nicht in jeder Wohnung und jedem Unternehmen zu finden. Dabei dauert die Installation nur wenige Minuten. Lesen Sie, was diese Pflicht für Sie als Mieter oder Eigentümer bedeutet, in welchen Räumen Sie Rauchmelder installieren sollten und was für Konsequenzen Ihnen bei einer Missachtung drohen.

Darum sind Rauchmelder so wichtig

Viele Brände überraschen Menschen nachts – ein Kurzschluss und schon steht die Wohnung in Flammen. Das Tückische daran: Im Schlaf funktioniert der Geruchssinn nicht. Die Verbrennungsgase werden dadurch nicht bemerkt, können jedoch bereits nach wenigen Atemzügen eine tödliche Wirkung haben. Ein Rauch melder erkennt den Anstieg der Rauchgase (Kohlenstoffmonoxid, Kohlenstoffdioxid, etc.) frühzeitig und löst einen lauten Warnton aus, der die Bewohner weckt, sodass diese sich rechtzeitig in Sich erheit bringen können. Ist der Melder zudem auf eine Alarmempfangsstelle aufgeschaltet, kann im Ernstfall umgehend Feuerwehr und Rettungsdienst verständigt werden.

Gesetzliche Fristen zur Installation von Rauchmeldern in Altbauten

Während für Neubauten inzwischen in allen Bundesländern eine Rauchmelderpflicht besteht, gilt diese noch nicht überall für Bestands- und Altbauten. Für die Einführung der allgemeinen Brandmelderpflicht in Altbauten hat sich jedes Bundesland eine Frist gesetzt, die in Berlin und Brandenburg zum 31.12.2020 und in Thüringen zum 31.12.2018 endet. Wohnungseigentümer in Bayern, die noch keine Rauchmelder in ihren Objekten installiert haben, sollten schleunigst handeln – hier lief die Frist zum 31.12.2017 aus. Alle übrigen Bundesländer, mit Ausnahme von Sachsen (noch kein Fristende bekannt), haben die Regelung für Altbauten bereits der für Neubauten angepasst.

Bundesland Neu-und Umbauten Bestandsbauten Zuständigkeit Installation Zuständigkeit Wartung
Baden-Württemberg Seit 2013 Seit 2015 Vermieter/Eigentümer Mieter*
Bayern Seit 2013 Seit 01.01.2018 Vermieter/Eigentümer Mieter*
Berlin Seit 2017 Ab 01.01.2021 Vermieter/Eigentümer Mieter*
Brandenburg Seit 2016 Ab 01.01.2021 Vermieter/Eigentümer Vermieter/Eigentümer
Bremen Seit 2009 Seit 2016 Vermieter/Eigentümer Mieter*
Hamburg Seit 2005 Seit 2011 Vermieter/Eigentümer Vermieter/Eigentümer
Hessen Seit 2005 Seit 2015 Vermieter/Eigentümer Mieter*
Mecklenburg-Vorpommern Seit 2006 Seit 2010 Vermieter/Eigentümer Vermieter/Eigentümer
Niedersachsen Seit 2012 Seit 2016 Vermieter/Eigentümer Mieter*
Nordrhein-Westfalen Seit 2013 Seit 2017 Vemieter/Eigentümer Mieter*
Rheinland-Pfalz Seit 2003 Seit 2012 Vermieter/Eigentümer Vermieter/Eigentümer
Saarland Seit 2004 Seit 2017 Vermieter/Eigentümer Vermieter/Eigentümer
Sachsen Seit 2016 Keine Frist Vermieter/Eigentümer Mieter*
Sachsen-Anhalt Seit 2009 Seit 2016 Vermieter/Eigentümer Vermieter/Eigentümer
Schleswig-Holstein Seit 2005 Seit 2011 Vermieter/Eigentümer Mieter*
Thüringen Seit 2008 Ab 01.01.2019 Vermieter/Eigentümer Vermieter/Eigentümer

* Kann auch vom Vermieter übernommen werden.

In welchen Räumen sind Rauchmelder Pflicht?

In Mietwohnungen und Wohneigentum müssen laut der gesetzlichen Vorgaben die Schlafräume und Kinderzimmer mit einem Rauchmelder ausgestattet sein. Ebenso sind Fluchtwege und Durchgangszimmer mit einem Rauchbrandmelder auszurüsten. In einigen Bundesländern wie Brandenburg und Berlin gilt die Pflicht auch für alle anderen Aufenthaltsräume einer Wohnung oder eines Hauses, ausgenommen der Küche.

Nicht nur die Art, sondern auch die Größe der Räume spielt für die Anbringung von Rauchmeldern eine Rolle. In Räumen mit verwinkelten Dachschrägen oder in sehr großen Räumen (über 60 m²) reicht ein Rauchmelder nicht aus. In diesem Fall empfehlen Experten ein vernetztes Rauchmeldersystem. Eine solche Vernetzung ist auch in Gebäuden sinnvoll, in denen es viele  Wohneinheiten oder Bewohner gibt.

Wer ist für Rauchmelder in der Mietwohnung verantwortlich?

In wessen Verantwortungsbereich die Installation der Rauchmelder fällt, ist von Bundesland zu Bundesland verschieden und in der jeweiligen Landesbauordnung geregelt. Für den Einbau bzw. die Installation der Rauchmelder ist grundsätzlich der Eigentümer oder Vermieter einer Immobilie zuständig. Er muss diese Aufgabe aber nicht persönlich erfüllen, sondern darf sie zum Beispiel an einen Hausmeister delegieren.

Um den laufenden Betrieb des Melders und die regelmäßige Wartung müssen sich in den meisten Bundesländern jedoch die Mieter kümmern. Nur in Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Hamburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und dem Saarland obliegt auch diese Aufgabe dem Eigentümer.

Besteht eine Rauchmelderpflicht für Gewerberäume?

Für welche Räumlichkeiten die Brandmelderpflicht gilt, ist teilweise ebenfalls vom jeweiligen Bundesland abhängig. Grundsätzlich besteht sie für alle Räume, die bewohnt sind oder ähnlich wie eine Wohnung genutzt werden, also auch Ferienhäuser. Arztpraxen und Ladenlokale, die nur tagsüber in Benutzung sind, sind in der Regel von der Pflicht ausgenommen. Eine Sonderregelung gibt es in Baden-Württemberg. Hier gilt die Brandmelderpflicht auch in allen Räumlichkeiten, die ausdrücklich auch zum Schlafen genutzt werden. Typische Beispiele sind Hotels, Krankenhäuser oder Pflegeheime.

Welche Konsequenzen drohen bei Missachten der Rauchmelderpflicht?

Sind entgegen der Vorschriften in einzelnen oder allen Räumen keine Rauchmelder installiert, kann die Gebäudeversicherung nach einem Brand ihre Leistungen kürzen oder vollständig verweigern. Einzelne Versicherer haben jedoch angekündigt, im Falle fehlender Brandmelder trotzdem für Schäden aufzukommen. Begründung: Rauchwarnmelder seien Systeme, die dazu dienen, Menschenleben zu retten und nicht Sachschäden zu vermeiden. Eine Garantie, dass die Versicherer diese verbraucherfreundliche Auffassung auch in Zukunft beibehalten, gibt es jedoch nicht. Denn entsprechende vertragliche Regelungen oder richterliche Urteile zu dieser Thematik fehlen bislang.

Außerdem findet sich in § 8 des Grundvertrags des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die Pflicht zur “Einhaltung aller gesetzlichen, behördlichen sowie vertraglich vereinbarten Sicherheitsvorschriften”. Aus dieser ließe sich im Streitfall eine grobe Fahrlässigkeit des Immobilienbesitzers ableiten, wenn er seiner Pflicht zur Installation von Rauchmeldern nicht nachkommt. In diesem Fall müsste der Versicherer nachweisen, dass die Rauchwarnmelder zum Zeitpunkt eines Brandes nicht installiert oder nicht in Betrieb waren.

Achtung: Wer gegen seine Pflicht zur Installation oder Wartung von Rauchmeldern verstößt, begeht zudem eine Ordnungswidrigkeit. Je nach Bundesland werden hierfür hohe Geldbußen im fünfstelligen Bereich fällig.

Tipps zur Installation von Rauchmeldern

Um sicherzustellen, dass die installierten Rauchmelder von guter Qualität sind und im Notfall Leben retten können, müssen sie bestimmte Anforderungen erfüllen: Sie müssen sowohl das CE- und das VdS-Kennzeichen sowie das TÜV-Zeichen aufweisen. Manche Modelle besitzen das Q-Qualitätssiegel, das eine besonders hohe Qualität eines Produkts kennzeichnet. Eine akustische Warnung ist nur dann wirksam, wenn sie auch zu hören ist. Deshalb muss der Signalton des Melders laut Gesetzgeber in drei Metern Entfernung mindestens 85 dB laut sein. Das entspricht etwa der Lautstärke an einer Hauptverkehrsstraße, eines Rasenmähers oder lauten Telefonläutens. Im besten Fall lässt sich der Rauchmelder auf eine Alarmempfangsstelle aufschalten, von wo aus jeder Alarm registriert und kontrolliert wird und entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden können.

Bei der Installation ist zu beachten, dass die Rauchmelder in der Raummitte waagerecht an der Decke anzubringen sind. Sie sollten mindestens 50 Zentimeter Abstand zur nächsten Wand haben.

Sind Sie sich nicht sicher, welche Vorgaben in Ihrem Bundesland gelten oder welches System für Ihren Bedarf das Beste ist? Dann nutzen Sie die Möglichkeit einer Beratung durch einen unserer Fachmänner. Gern geben wir Ihnen Auskunft über die von uns angebotenen Produkte und informieren Sie über die Möglichkeit der Alarmaufschaltung durch Protego 24.