Anzahl der registrierten Wohnungseinbrüche mit Diebstahl


Einbruchstatistik 2017

Quelle: Bericht zur Polizeilichen Kriminalstatistik 2017

Am 8. Mai präsentierte das Bundeskriminalamt die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2017. Damit liegt nun der vollständige Bericht über die im vergangenen Jahr in der Bundesrepublik Deutschland verübten Straftaten, über Tatverdächtige und betroffene Opfer vor. Die Daten zeigen einen positiven Trend: Die Zahl der erfassten Straftaten für 2017 ist zurückgegangen – im Vergleich zum Vorjahr um knapp zehn Prozent. Damit wurde gleichzeitig der stärkste Rückgang seit fast 25 Jahren registriert.

Auch die Zahl der Einbrüche konnte im vergangenen Jahr merklich gesenkt werden. Nach jahrelangen Höchstwerten ist die Anzahl an Wohnungseinbrüchen zum zweiten Mal in Folge gesunken. Mit 116.540 versuchten und vollendeten Straftaten fällt der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr deutlich aus: Die Quote ist um mehr als ein Fünftel gesunken und ist damit so niedrig wie zuletzt im Jahr 2009.

Sicherheit vor allem in Rheinland-Pfalz gestiegen

In der Einbruchstatistik 2017 kann Rheinland-Pfalz den größten Rückgang verbuchen, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Hamburg erreichte mit einem Minus von 23,2 Prozent ein neues Zehn-Jahres-Tief.

Wohnungseinbruch-Schwerpunkte bleiben Großstädte, städtische Gebiete und Gegenden an Fernstraßen. Außerdem schlagen Einbrecher in der Hoffnung ungestört zu bleiben besonders häufig im Winter und an den Wochenenden zu. Nach wie vor nutzen Einbrecher bevorzugt den Schutz der Dunkelheit für ihre Taten. Rund 60 Prozent aller Einbrüche (68.674 Fälle) fanden in der Nacht zwischen 21 und 6 Uhr statt.

Dank effektiver Absicherung bleibt es oft nur beim Einbruchsversuch

In rund 52.500 Fällen führte der versuchte Einbruch nicht zum Erfolg. Dies macht einen Anteil von 45 Prozent aller Einbruchsdelikte aus. Die Höhe des Versuchsanteils gilt als Indikator für die Wirksamkeit präventiver Maßnahmen zur Einbruchsicherung wie dem Einbau von Sicherheitsfenstern und -türen oder der Installation einer Alarmanlage. Der kontinuierliche Anstieg des Versuchsanteils bei Wohnungseinbrüchen seit Beginn der 90er Jahre weist auf eine immer effektivere Absicherung im privaten Bereich hin. Nicht vergessen werden darf dabei allerdings die Dunkelziffer nicht angezeigter Einbruchsversuche.

Wer sind die Täter?

Rund 14.800 Tatverdächtige wurden laut Einbruchstatistik im Jahr 2017 mit Wohnungseinbrüchen in Verbindung gebracht. Über 80 Prozent der Verdächtigen sind bereits zuvor bei Straftaten in Erscheinung getreten. Jeder zehnte Tatverdächtige war der Polizei als Konsument harter Drogen bekannt. Die meisten Einbrecher sind der Gruppe “örtlich-regionale Täter” zuzuordnen, das heißt, sie sind selbst in der Gegend wohnhaft, in der sie ihre Straftaten begehen. Allerdings ist in den letzten Jahren ein Anstieg “reisender Täter” zu verzeichnen, die häufig aus Südost- und Osteuropa stammen.

Sicherungsmaßnahmen bleiben wichtig

Auch wenn sich die Anzahl der Einbrüche unter anderem durch höhere Strafen und wachsamere Anwohner deutlich reduziert hat, die eigene Absicherung bleibt wichtig. Zwar hat sich in der Kriminalstatistik 2017 auch die Aufklärungsquote leicht auf 17,8 Prozent erhöht, ein Großteil der Wohnungseinbrüche kann aber auch weiterhin nicht aufgeklärt werden.

Um die Risiken für einen Einbruch zu mindern, empfiehlt die Polizei, auf wirkungsvolle Sicherheitstechnik zu setzen. Die ausreichende Sicherung von Fenstern und Türen, die Installation einer Alarmanlage oder im besten Fall die Überwachung durch ein Sicherheitsunternehmen bieten noch immer den besten Schutz vor unerwünschten Gästen. Die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) weist in diesem Zusammenhang auch nochmal auf die Möglichkeit hin, sich Maßnahmen zum Einbruchschutz durch die KfW staatlich fördern zu lassen. Hier erhalten Sie weitere Informationen zum KfW-Förderprogramm.